HELFENDE HAND OSNA

Die Bedeutung von Lokaljournalismus in Krisenzeiten

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Durch die Umstände der letzten Wochen, haben wir uns als Gruppe von jungen Menschen vernetzt, um solidarische Hilfe zu leisten. Dabei haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung auf den neuesten Stand zu bringen und die Risikogruppen zu unterstützen. Seit letztem Freitag (13.03.) ist unsere Gruppierung auf über 500 Mitstreiter*innen gewachsen und hat sich innerhalb der Stadtteile organisiert.

Die aktuelle Lage zur Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 stellt nicht nur Bürger*innen vor große Herausforderungen, sie fordert auch den Lokaljournalismus. In Krisenzeiten ist, zur Bewältigung der Situation, eine informierte Bevölkerung von substanzieller Bedeutung. Gerade in Zeiten von gezielten Falschinformationen und der schnellen Verbreitung von Gerüchten über soziale Medien, kommt dem Journalismus eine wichtige Rolle zu. Besonders die lokal verortete Print- und Online-Berichterstattung zum Lagebild der direkten Umgebung unseres gesellschaftlichen Lebens ist immens wichtig, um Panikmache und Sorglosigkeit vorzubeugen. Versteckt sich diese seriöse Berichterstattung jedoch hinter einer Paywall, bleiben nur nicht eingeordnete Überschriften die schnell zu Spekulation und Panik führen.

  • „Notfallmediziner warnt: Corona trifft auch Jüngere hart“
  • „Was die Einschränkungen für kranke und behinderte Menschen in Osnabrück bedeuten“
  • „Corona-Krise in der Region Osnabrück: Was darf man noch – was nicht?“
  • „Zahl der Corona-Infizierten in Stadt und Landkreis Osnabrück erneut gestiegen“
  • „Ist die Versorgung in Osnabrück trotz Corona-Alarms gesichert?“

Dies sind nur wenige Beispiele von Aufmachern, welche die Neue Osnabrücker Zeitung in den letzten Tagen veröffentlichte. Aufmacher, welche sichtlich ohne jegliche Einordnung und Klarstellung zu Spekulationen führen. Versteckt hinter einer Bezahlschranke, klärt die NOZ über die Sachverhalte auf, sodass sich beispielsweise niemand Sorge um die Zufuhr von Strom und Wasser machen muss. Für nicht Abonnent*innen bleiben diese Informationen verborgen und sorgen für Panik in der Bevölkerung. Einem Zustand, dem ein verantwortungsvoller Lokaljournalismus vorbeugen sollte.

Vorherige Kritik zur Vorgehensweise in dieser besonderen Situation verhallte zunächst und führte im Weiteren zu einem kostenlosen Artikel, der sich als bloße Linksammlung von weiteren Paywall-Artikeln entpuppte.

Gestern wurden wiederum wir, als engagierte Menschen der „Helfenden Hand Osna – Solidarisch trotz Corona“, angefragt, um mit der Redaktion über Hilfsangebote zu sprechen. Auf Nachfrage, ob ein solcher Artikel über solidarische Hilfsangebote kostenlos der Bevölkerung zugänglich gemacht werden kann, verneinte die zuständige Redakteurin nach Rücksprache mit der Chefredaktion. Eine ähnliche Situation zeigte sich ein paar Tage zuvor bei einem bereits publizierten Artikel.

Wir verurteilen das verantwortungslose Vorgehen der Neuen Osnabrücker Zeitung aufs Schärfste und fordern alle informierenden Artikel zum Coronavirus SARS-CoV-2 der Bevölkerung kostenfrei zugänglich zu machen. In diesen Zeiten müssen Zusammenhalt, Transparenz, Solidarität und verantwortungsvolles Handeln wichtiger sein, als unternehmerische Ziele in Form neuer Digital-Abos.

Weitere Informationen zur Initiative sind auf https://corona.osna.social zu finden.